taz: Batterien bauen – und was dann?

25.08.2017, Presseecho

taz, 24.08.2017, Heike Holdinghausen

Der Diesel stinkt, das Öl wird knapp, die Lösung ist das E-Mobil? Scheint so. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält am Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen 2020 fest (...) Wenn in den nächsten Jahren aber nur ein Teil der derzeit weltweit angemeldeten 900 Millionen Pkws durch Batteriefahrzeuge ersetzt wird, hat das Folgen: Benötigt werden dann riesige Mengen an Rohstoffen, die bislang im Fahrzeugbau nur eine untergeordnete Rolle spielen.(...) Als Flaschenhals für den schnellen Ausbau der Elektromobilität gilt dabei das Übergangsmetall Kobalt. Bis zu 15 Kilogramm stecken in einer Lithium-Ionen-Batterie, auf die heute die meisten Hersteller setzen. (...) Er fällt als Nebenprodukt beim Abbau anderer Erze an, zwei Drittel der Weltproduktion stammen zudem aus dem konfliktreichen Kongo. (...) 

Heute existieren etwa in Deutschland nicht nur Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern, sondern auch „Rohstoff-Kompetenzzentren“ an ausgewählten Außenhandelskammern sowie ein ständiges Monitoring wichtiger Rohstoffe. Für Niema Movassat, Obmann der Linken für Entwicklungspolitik im Bundestag, ist das der falsche Ansatz. „Die politischen Strategien der Bundesregierung berücksichtigen alleinig die Nachfrageinteressen deutscher Unternehmen“, sagt Movassat. Auf der Strecke bleibe die Frage, wie der Abbau und Export von Rohstoffen wie Kobalt, Kupfer oder Lithium zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Herkunftsländern beitragen könne.(...)

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