Tagesschau: "Mehr Mittel gegen Cybergroomer"

17.01.2020, Presseecho

"Cybergroomer suchen im Internet gezielt Kontakt zu Minderjährigen - mit krimineller Absicht. Nun hat der Bundestag eine schärfere Verfolgung der Missbrauchstäter beschlossen. Doch es bleiben Hürden. [...]

Widerspruch kam von den Rechtsexperten von FDP, Grünen und Linken. Zwar müsse sexueller Missbrauch unbedingt verhindert werden. Die Gesetzesänderung beim Cybergrooming hielten die Oppositionspolitiker aber für den falschen Weg. Besser wäre, das Polizeirecht zu verändern. "Man könnte zunächst eine Gefährderansprache machen", sagt Niema Movassat von der Linkspartei. Vereinfacht ausgedrückt: Die Kriminalbeamten gingen zum Verdächtigen nach Hause, um zu sagen: "Wir haben dich auf dem Schirm". Auch eine Wohnungsdurchsuchung sei denkbar, so Movassat. [...]

"Es gibt natürlich in der Tat einige Bedenken", so Movassat. "Ist das überhaupt technisch umsetzbar?" Anders ausgedrückt: Können computergenerierte Fotos so hergestellt werden, dass die Täter darauf reinfallen? Falls dies aber gelinge, so der Linkspolitiker, sei die Chance, Täter zu überführen, sehr hoch. Das Gesetzesvorhaben von Justizministerin Lambrecht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am Freitag im Bundestag verabschiedet."

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