Südafrika und der wilde Streik der Minenarbeiter

11.12.2012, Diverses

Auf dem SDS Kongress "Demokratie vs. Kapitalismus" habe ich zusammen mit Mametlwe David Sebei (Mitglied im landesweiten Streikkomitee der BergarbeiterInnen in Südafrika) einen Vortrag über den sogenannten wilden Streik der Minenarbeiter in Südafrika gehalten.

Der Streik begann in Rustenburg und hat sich vor allem nach dem blutigen Massaker im August, wo mindestens 46 ArbeiterInnen starben, auf weitere Platin- und Goldminen ausgeweitet. Zehntausende beteiligen sich bei diesem Streik für einen Mindestlohn. Der Arbeitskampf wurde von unten organisiert und von der offiziellen Gewerkschaft NUM nicht unterstützt. Die Streikbewegung zeigt die Unzufriedenheit mit der Gewerkschaft und dem African National Congress ANC, der im Interesse der Reichen und Mächtigen in Südafrika regiert. Hier nun die Einleitung meines Vortrags und weiter unten der Download des gesamten Dokuments. Niema Movassat, MdB DIE LINKE, 06.12.2012

 

I. Einführung : Soziale Kämpfe in Afrika

Der Kampf der Bergarbeiter in Südafrika für bessere Löhne und würdige Arbeitsbedingungen ging um die Welt. Bis heute kämpfen die Arbeiter dort, haben massive Streiks durchgeführt. Sie sind damit Teil der sozialen Bewegungen und Kämpfe auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

Wir alle erinnern uns noch gut an die größte soziale- und Freiheitsbewegung – der Arabische Frühling in Nordafrika. Ausgangspunkt dort waren u.a. die hohen Lebensmittelpreise sowie die prekären bzw. nicht vorhandenen Arbeitsverhältnisse, insbesondere für junge Menschen.  Probleme, die man auf dem gesamten Kontinent findet – auch in Südafrika.

Es gingen und gehen nicht nur Menschen in Nord- und Südafrika auf die Straße. Auch in zahlreichen anderen afrikanischen Ländern ging insbesondere die Jugend auf die Straße, um gegen hohe Lebensmittelpreise, Perspektivlosigkeit, Umweltzerstörung, schlechte Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Fast überall gilt der Kampfruf: „Y'en a marre – wir haben es satt!“

So wurde durch eine beispiellose Mobilisierung der Präsident Senegals an einer dritten Amtszeit gehindert und im März 2012 abgewählt.

In Uganda gehen Menschen seit April 2011 immer wieder gegen steigende Nahrungsmittel- und Benzinpreise aus Protest zu Fuß zur Arbeit. Die Regierung Museveni hat die so genannten „Walk-to-Work“-Proteste kriminalisiert und ist mit Polizeigewalt gegen Demonstrierende vorgegangen. 

Am ehesten vergleichbar mit den sozio-ökonomischen Bedingungen, die zum Marikana-Bergarbeiterstreik geführt haben, ist jedoch Nigeria. In dem ölreichen Land werden Konzerninteressen – insbesondere die von Shell – über Menschenrechte und das Wohlbefinden der Bevölkerung gestellt. Eine brutale Zerstörung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung schreitet voran. Neben der massiven Umweltzerstörung weist Nigeria eine mangelnde Infrastruktur, politische Morde, wie dem am Menschenrechts-Aktivisten Ken Saro Wiwa und neuerdings auch Landraub für die internationale Agrarlobby auf.

Als Anfang 2012 die Subventionen auf Benzin komplett gestrichen werden sollten, gingen massenhaft Menschen auf die Straße. Ihre Bewegung nennt sich in direkter Anlehnung an internationale Proteste „Occupy Nigeria“ und „We the People“.

Ansonsten traten ähnliche Bewegungen in Burkina Faso, Kamerun, Malawi, Kongo und Togo auf. Sie alle verfolgen mehr oder weniger die Vision eines Bruchs mit Neo-Kolonialismus, Neoliberalismus und Imperialismus, um eine eigenständige Entwicklung Afrikas zu ermöglichen.

Im Anhang findet sich das gesamte Dokument als PDF...

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