Solidarität mit den Streikenden Gebäudereiniger*innen

26.09.2019, Pressemitteilung Essen

Zu den heutigen Streiks der IG BAU in der Gebäudereinigungsbranche, nachdem die Arbeitgeber den Tarifvertrag gekündigt haben, erklärt Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter für Die Linke mit Bürgerinnenbüro in Essen: „Meist kennen wir Sie nicht und sehen Sie nicht, und doch sind es nicht nur unsere Büros, die jeden Morgen gereinigt werden, sondern u.a. auch unsere Krankenhäuser, die gereinigt und keimfrei gehalten werden. Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger gebührt dafür eigentlich jeden Tag unser Dank. Leben können die meisten von ihren Jobs nicht, viele arbeiten zu Niedriglöhnen und sind zusätzlich auf staatliche Leistungen angewiesen. Auch nach 45 Jahren Vollzeit droht den meisten Altersarmut. Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, hat dieses Schicksal nicht verdient.“

Movassat weiter "Ich unterstütze die Beschäftigten und die IG BAU deswegen in ihrem Arbeitskampf. Derzeit werden viele Beschäftigte in ihren Unternehmen zu Überstunden gedrängt, den Zuschlag von 25% für die Mehrarbeit wollen sie aber nicht zahlen. Seit dem 1. August diesen Jahres beinhalten neue Verträge weniger Urlaubstage und geringere Löhne. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund seien von diesen Maßnahmen betroffen. Wenn also am 30.9. die 6. Rahmentarifverhandlung stattfindet muss hier eine Lösung her. Mehrarbeit muss auch entsprechend vergolten werden. Der nächste Rahmentarifvertrag muss die berechtigten Interessen der Beschäftigten berücksichtigen und gute Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung herstellen!"

Die Linksfraktion im Bundestag, aber auch der Kreisverband Essen/Oberhausen, fordert zudem die Anhebung des Mindestlohns, um Altersarmut zu verhindern. Movassat abschließend: "Es wäre das Mindeste, den Stundenlohn für Gebäudereiniger bundesweit anzuheben. So ließe sich Altersarmut verhindern. Gerade die öffentlichen Auftragsgeber sollten höhere Standards setzen und nur Verträge abschließen, die einen Mindestlohn von 13 Euro beinhalten. Die Möglichkeit hätten sie.“

Tags Streik IGBAU