Niema Movassat trifft engagierte Jugendliche in Berlin

21.12.2010, Diverses

Gewinnerinnen der Unterschriftenkampagne „in9monaten“ im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten

Dass man sich auch schon in jungen Jahren politisch engagieren kann, dies bewiesen die Schüler der Montessori-Schule in Freising. Sie sammelten  in der Woche rund um den Weltaidstag 459 Unterschriften für die Kampagne „in9monaten“. Zur Woche des Engagements hatten  das Jugendprojekt Peer Up! – Jugend bildet Zukunft! (von World Vision Deutschland e.V.), das Aktionsbündnis gegen AIDS, dance4life Deutschland und Jugend gegen AIDS aufgerufen, um junge Menschen für politische Aktivitäten zu begeistern.

Die Schüler unterstützten mit ihrer Unterschriftenaktion die Forderung des Aktionsbündnisses gegen AIDS: „Babys ohne HIV – Bis 2015 Mutter-zu-Kind-Übertragung stoppen!“

Denn jedes Jahr infizieren sich rund 400.000 Neugeborene durch die Übertragung des HI-Virus der eigenen Mutter. Mehr als 90 Prozent dieser Kinder sterben durch die HIV-Ansteckung von der Mutter - mehr als die Hälfte davon in den ersten zwei Lebensjahren. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko in Entwicklungsländern, den ärmsten und von HIV/Aids am meisten betroffenen Staaten.  Doch bereits seit 1998 ist es möglich, die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind erfolgreich zu verhindern. Wird eine HIV-positive Frau vor der Geburt ihres Kindes behandelt, sinkt das Ansteckungsrisiko auf 2 Prozent.

Mit den Unterschriften wird das Aktionsbündnis gegen AIDS an die Bundesregierung treten und sie auffordern, ihre Versprechen zu halten und allen Menschen weltweit Zugang zu Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung zu ermöglichen.

Als Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Obmann im Unterausschuss Gesundheit in Entwicklungsländern kenne ich die Versprechen der Geberstaaten und die Realität. Noch immer kann von einer flächendeckenden Infektionsprävention keine Rede sein!

Daher freue ich mich ganz besonders über das Engagement der Schüler und Schülerinnen. Es ist toll zu sehen, dass sich so junge Menschen für so ein wichtiges Thema stark machen!

Am 16.12. empfing ich vier engagierte Jugendliche gemeinsam mit den zwei Abgeordneten Anette Hübinger und Frank Heinrich. Als Vertreterinnen der Gewinner der Montessori-Schule Freising reisten vier Schülerinnen nach Berlin, um vor Ort Einblicke in die Bundespolitik zu gewinnen.

Wir dankten den Jugendlichen herzlich für ihr Engagement. Nach einer gegenseitigen Vorstellungsrunde berichteten die jungen Frauen von ihrem Einsatz für die Kampagne „in9Monaten“. Dass sie auch weiter „am Ball bleiben“ und sich politisch engagieren möchten, wurde während des Gespräches deutlich. Brennend interessiert waren sie vor allem an der Frage: „Wie wird man denn eigentlich Abgeordneter?“  Ich erzählte ihnen von meinem Weg in den Bundestag und meinem ersten Jahr in Berlin. Ebenso fragten die Jugendlichen danach, welche Rolle das Thema HIV/Aids innerhalb seiner Arbeit im Bundestag einnimmt.

Insgesamt war es eine Begegnung, die wieder einmal zeigte, dass es viele junge Menschen gibt, die sich für Benachteiligte einsetzen und sich nicht davor scheuen, politisch Position beziehen.

Tags Veranstaltung Gesundheit in Entwicklungsländern AIDS