Lebensmittelrettung ist kein Verbrechen - Containern entkriminalisieren!

24.10.2019, Diverses

Der Deutsche Bundestag hat heute eine Petition von Bürgerinnen und Bürgern, welche die Entkriminalisierung des Containerns fordert, abgelehnt. Das ist ein politischer Fehler! Hier meine persönliche Erklärung, die ich zu Protokoll des Bundestages abgegeben habe:

Die Kriminalisierung des sogenannten „Containern“ ist ein unhaltbarer Zustand. Betroffene werden meist wegen Diebstahls und Hausfriedensbuchs verurteilt, wenn sie noch genießbare Lebensmittel aus Supermarktmülltonnen entnehmen. Das ist eine skandalöse Rechtspraxis. Das Containern stellt mitnichten ein strafwürdiges Verhalten dar und muss vom Gesetzgeber dringend entkriminalisiert werden. Der Strafanspruch des Staates nimmt einen absurden Charakter ein, wenn er lediglich dazu dient, die Profitinteressen von Supermarktketten zu schützen. Es wird ein Verhalten kriminalisiert, bei dem die Motivlage von Armut oder aber mit dem Ziel des nachhaltigen Umgangs mit Lebensmittel gekennzeichnet ist. Eine kriminelle Energie liegt seitens derjenigen, die „Containern“, gerade nicht vor. In Deutschland werden jährlich ca. 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, die oft noch genießbar sind. Es ist vielmehr diese Praxis der Verschwendung, die ein gesellschaftliches Stigma begründen sollte, nicht die Rettung genießbarer Lebensmittel.

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