Der Tagesspiegel: Lutz Bachmann war "Bild"-Leserreporter

26.12.2014, Presseecho

Der Tagesspiegel, Matthias Meisner, 26.12.2014

"Pegida"-Chef Lutz Bachmann war Leserreporter der "Bild"-Zeitung. Das bauscht er auf zur "engen Zusammenarbeit" mit dem Axel-Springer-Verlag. Wie reagiert der Medienkonzern?

Tausendfach ertönt der Ruf in Dresden: „Lügenpresse“ skandieren die Demonstranten bei den montäglichen „Pegida“-Demonstrationen. Der Ruf ist Ausdruck eines gestörten Verhältnisses zu angeblichen „Mainstreammedien“, die – noch vor Politikern – als Hassobjekt Nummer eins erscheinen. Umso erstaunlicher ist, dass sich der Organisator der Proteste, Lutz Bachmann, auf der Internetseite seiner Dresdner PR- und Fotoagentur„Hotpepperpix“ einer „engen Zusammenarbeit mit namhaften Medien aus aller Welt“ rühmt.

Der mehrfach vorbestrafte „Pegida“-Chef hebt dabei „vor allem“ den Axel-Springer-Verlag hervor, in dem unter anderem die „Bild“-Zeitung erscheint. Die Kooperation „versetzt uns in die Lage, kompetent, schnell und flexibel auf die teilweise ausgefallenen Wünsche unseres Klientels zu reagieren“, schreibt Bachmann. Der Springer-Verlag zeigt sich überrascht über die Angaben Bachmanns. Denn so eng, wie der „Pegida“-Chef die Zusammenarbeit darstellt, ist sie offenbar nicht. „Herr Bachmann hat über die letzten Jahre ein paar Fotos an ,Bild’ verkauft“, sagt Verlagssprecherin Sandra Petersen auf Tagesspiegel-Anfrage. Tätig gewesen sei er „lediglich als 1414-Leserreporter, wie sehr viele andere ,Bild’-Leser auch“. [...]

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat hatte die Präsentation auf der Internetseite von Bachmanns PR-Agentur entdeckt und auf Twitter verbreitet. Movassat sagt dem Tagesspiegel unter Hinweis auf die Erläuterung des Axel-Springer-Verlags, der „Pegida“-Chef sei lediglich als „Bild“-Leserreporter tätig gewesen: „Einmal mehr zeigt sich die Unglaubwürdigkeit von Bachmann.“

 

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