Der Castor rollt - auf ins Wendland!

05.11.2010, Diverses

Gegen den Willen der meisten Bürgerinnen und Bürger, hat sich der 120 Tonnen schwere und 370 Meter lange Castor-Transport auf seinen Weg ins Wendland gemacht. Und dabei strahlt der Zug was das Zeug hält! Greenpeace hat gemessen: 4,8 Mikrosievert. Das ist 500-mal so viel wie die natürliche Hintergrundstrahlung und damit vermutlich noch gerade so eben im zulässigen Grenzwert. In unmittelbarer Nähe zu den Containern wird  jedoch binnen weniger Stunden die zulässige Strahlen-Jahresdosis erreicht. "Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und Demonstranten ist unverantwortlich”, kritisierte der Atomexperte von Greenpeace, Heinz Smital.

Vergangenen Monat noch demonstrierten 150.000 Menschen gegen Atomkraft. Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage haben 80% der Bevölkerung in Deutschland Verständnis für die Castor-Proteste.

Trotz alledem rollt der strahlende Müll der Atomkraftwerke wieder zu seiner Zwischenlagerung nach Gorleben. Breiter Protest, vom Laternengang gegen den Castor bis zur Aktion "Castor schottern" auf der Bahnlinie des Castors, ist alles vertreten!

Neben den zehntausenden DemonstrantInnen werden auch 16.000 Polizisten im Wendland unterwegs sein. Angekündigt wurde ein hartes Durchgreifen gegen gewaltbereite Demonstranten. Typisch für die Polizei: Sie versucht den Protest zu delegitimieren, indem sie ihm das Label "Gewalt" aufdrückt und so ihrerseits unverhältnismäßiges Vorgehen aus den Reihen der Beamten rechtfertigt.

Völlig ignoriert wird dabei, dass keine der Protestgruppen zur Gewalt aufruft - im Gegenteil: Es wird besonders darauf geachtet, zu vermitteln, dass die Polizei nicht der Gegner im Kampf gegen die unverantwortliche Atom-Politik der Regierung ist.

Legitim ist in einem solchen Fall allerdings immer der Zivile Ungehorsam!

Es bleibt dabei: Die Regierung will der Atomlobby zuliebe den Castor gegen den Widerstand der Bevölkerung durchsetzen. DIE LINKE wird vor Ort sein und die Proteste der Castor-Gegnerinnen und -Gegner vorbehaltlos unterstützen.

Ich fordere die Polizistinnen und Polizisten dazu auf, nicht blinder Befehlsempfänger zu sein, sondern stets die Verhältnismäßigkeit ihres Handelns im Blick zu haben - was übrigens zur dienstlichen Pflicht eines jeden Polizeibeamten gehört.

Denkt immer daran: Eure Kinder protestieren ebenso gegen den Castor, wie eure Eltern, Freunde und Bekannte!

Tags Atomkraft