Das Tabakwerbeverbot darf nicht länger ein Lippenbekenntnis bleiben

14.10.2019, Pressemitteilung Bundestag
Zigarette gebrochen

„Es muss endlich Schluss sein mit dem Werben für Produkte, die in Deutschland jährlich 120.000 Tote fordern“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Forderung der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig nach einem Werbeverbot für Rauchprodukte. Movassat weiter:

„Deutschland ist das einzige Land in der EU, das noch kein umfassendes Tabakwerbeverbot hat, obwohl sich Deutschland 2004 dazu durch das ratifizierte WHO-‚Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs‘ verpflichtet hat. Jahrelang forderte Frau Ludwigs Vorgängerin schon ein Tabakwerbeverbot. Doch der Einfluss der Tabaklobby in der CDU/CSU ließen die bisherigen Forderungen der Drogenbeauftragten ins Leere laufen. Wir können uns diese Lippenbekenntnisse aber nicht mehr länger leisten. Die Bundesregierung muss endlich handeln.

Die Tabakindustrie zielt mit ihrer Werbung auf die Gewinnung neuer und vor allem junger Kunden. Sie inszeniert ihr Angebot als Lifestyle-Produkte und verharmlost das Rauchen. Das muss die Politik strikt unterbinden. DIE LINKE stellt generell die Werbung für süchtig machende Produkte infrage. Jede erwachsene Person muss sich natürlich selbstbestimmt für Tabak, Nikotin oder Alkohol entscheiden können, aber wir brauchen dafür keine Werbung. Vielmehr benötigen wir eine umfassende Informierung der Bevölkerung – z. B. über E-Zigaretten, die für abhängige Raucher eine Möglichkeit zur Schadensreduzierung darstellen.“

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