Corona-Pandemie hat Drogenkonsum und Suchthilfe verändert

14.04.2021, Pressemitteilung Bundestag
Mann mit Alkohol

„Es ist besorgniserregend, dass im Jahr 2020 der Konsum von Tabakwaren wieder gestiegen ist. Die Corona-Pandemie hat vielfältige Auswirkungen auf das Konsumverhalten, denn für geselliges Konsumieren von Alkohol, Tabak, aber auch illegalen Drogen sind durch die Schließung von Kneipen und Clubs die sozialen Räume weggebrochen. Der Verlagerung des Konsums auf Situationen, in denen man allein oder zur Kompensation von Stress oder der pandemiebedingten Isolation konsumiert, ist eine gefährliche Entwicklung. Die meisten Folgen davon werden wir erst Jahre später beobachten können“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute vorgestellten „Jahrbuch Sucht 2021“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Movassat weiter:

„Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie unserem Suchthilfesystem einiges abverlangt. Die notwendigen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen haben die Kapazitäten der Suchthilfe reduziert. Hier muss dringend stärker gegengewirkt werden, indem die Drogenhilfe finanziell besser ausgestattet wird. Menschen mit Suchterkrankungen sind zudem häufig Corona-Risikopatienten. Im Bereich der Substitution wurde darauf mit vereinfachten Take-Home-Regelungen von Substitutionsmedikamenten reagiert. Aber hier gibt es noch viel zu tun. Wir brauchen mehr Substitutionsärzte, um die Substitutionsquote deutlich erhöhen zu können. Als niederschwellige Angebote brauchen wir außerdem mehr Drogenkonsumräume.“

Tags Sucht Drogenpolitik Corona

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