Bundesregierung muss Export von Bayer-Chemikalien nach Indien stoppen

20.10.2016, Pressemitteilung Bundestag

„Beim Verkauf ihrer Agrochemikalien in Indien stellt Bayer den eigenen Profit vor das Leben von Schwangeren und Ungeborenen“, kommentiert Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Fraktion DIE LINKE. die aktuelle Anzeige gegen Bayer bei der Landwirtschaftskammer NRW wegen fehlender Warn- und Anwendungshinweise beim Verkauf ihres Schädlingsbekämpfungsmittels Nativo 75 WG in Indien. „Mit der mangelnden Etikettierungspraxis verstößt Bayer unter Umständen gegen deutsches, europäisches und indisches Recht gleichermaßen – ganz sicher aber gegen jegliche Regel einer verantwortungsvollen Geschäftspolitik. Die Bundesregierung muss der lebensgefährlichen Geschäftspolitik von Bayer ein Ende bereiten und zugleich jegliche Kooperation mit Bayer in Indien und anderen Entwicklungsländern beenden.“ Movassat weiter:

„Angesichts des Nativo-Falls ist es besonders absurd, dass Bayer mit Geldern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Bauern in Afrika und Asien im sicheren Umgang mit Pestiziden schult. Wie viele Belege braucht Entwicklungsminister Müller eigentlich noch dafür, dass es Bayer bei der Kooperation mit seinem Ministerium nicht um die Gesundheit der Bauern, sondern um die Schaffung neuer Absatzmärkte für seine Agrochemikalien in den Entwicklungsländern geht? Bayer ist kein verlässlicher Partner, wenn es um die Gesundheit von Menschen und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft geht.

Deswegen muss Müller die Zusammenarbeit mit Bayer stoppen. Aber auch Landwirtschaftsminister Schmidt steckt in Erklärungsnot. Während er anlässlich der angekündigten Übernahme von Monsanto durch Bayer noch vor kurzem die Nachhaltigkeitsstrategie von Bayer lobte, zeigt der unsachgemäße Verkauf von hochgiftigen Agrochemikalien in Indien, wie weit es um diese Strategie bestellt ist. Was wir in Deutschland brauchen, ist nicht Vertrauen in freiwillige Sozial- und Umweltstandards von Unternehmen, sondern ein Unternehmensstrafrecht, das eine gerichtliche Verfolgung von deutschen Unternehmen bei Verstößen gegen Menschenrechte und Umweltauflagen im Ausland ermöglicht.“

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