Auch bei mir: Webspace für WikiLeaks !

21.12.2010, Diverses

Ab sofort ist WikiLeaks auch über meinen Webspace verfügbar! Unter der Adresse http://wikileaks.movassat.info haben wir einen sogenannten mirror (engl. Spiegel) aufgesetzt, um aktiv gegen die Zensur der WikiLeaks-Webseite vorzugehen. Das Prinzip ist ganz einfach: Alle WikiLeaks-Daten werden unter einer eigenen Adresse gespiegelt, sodass eine Abschaltung der gesamten Plattform unmöglich wird. Zur Zeit sind 2194 Webseitenbetreiber, darunter auch die Bolivianische Regierung dem Aufruf von WikiLeaks gefolgt und haben einen solchen mirror installiert.

WikiLeaks wurde durch die Veröffentlichung zahlreicher Geheimdokumente bekannt. Unter anderem wurden auf der Webseite Videos veröffentlicht, die das unmenschliche Vorgehen US-amerikanischer Soldaten im Irak dokumentieren. Eines der bekanntesten Videos findet sich unter dem Artikel. Die Veröffentlichungen von politischen Dokumenten seitens WikiLeaks ist aus meiner Sicht ein Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaften, weil Herrschaftswissen so überwunden werden kann. Die Bekämpfung von sogenannter Geheimdiplomatie ist eine der ureigenste linken Forderung, die ich natürlich unterstütze.

Seit den Veröffentlichungen wird die Enthüllungsplattform und einer der wenigen bekannten Personen, die hinter der Plattform stehen, Julian Assange, rechtlich verfolgt. Mehrere Webseiten des Projekts wurden zensiert und Konten gesperrt. Assange ist öffentlichen Morddrohungen ausgesetzt. In den USA fordern konservative Bürgerinitiativen die Todesstrafe für Assange.

Im Zuge der Hetzjagd gegen das Gesicht von WikiLeaks wurde auch kolportiert, Assange hätte eine Frau vergewaltigt. Diesem Vorwurf muss wie jedem anderen Tatverdacht gegen Vergewaltiger nachgegangen werden - das ist völlig unstrittig. Hier gibt es aber klare rechtliche Verfahren, die angewandt werden müssen, um einen fairen Gerichtsprozess zu gewährleisten. Die internationale Verfolgung eines angeblichen Vergewaltigers mit einem riesigen internationalen Polizeiapparat mutet jedoch schon etwas seltsam an. Sollte sich am Ende doch noch heraus stellen, dass Assange der bestgesuchte Vergewaltiger aller Zeiten ist?

Bei WikiLeaks geht es aber um wesentlich mehr. Eine konsequente Veröffentlichung geheimer Dokumente macht undemokratische Prozesse und Entscheidungen der Mächtigen transparent. Den Bürgerinnen und Bürgern kann so ein Stück Selbstbestimmung zurückgegeben werden.

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